… oder vorbei am einem Moschusochsen, drei Rentieren, diversen Schneehasen und einem Flugzeugwrack ging es zum Point 660 und zu Fuß auf das Icecap. Gut Vier Stunden waren wir mit dem Unimog und Karsten auf der längsten Straße in Grönland unterwegs. Diese führt „geradewegs“ zum Point 660 von dem aus man gefahrlos auf den Gletscher gehen kann. Karge Tundralandschaft pur begleiteten uns auf dem Weg dorthin. Auf dem Rückweg dann einmal scharf links und schon waren wir in der Sandwüste bei den unzähligen Kurven bergauf und bergab war der kleine Unimog deutlich gefordert, um zum Abbruchgebiet des Rusellgletscher zu gelangen. Gut durchgeschüttelt und nicht gerührt, sondern deutlich eingestaubt erreichten wir nach acht Stunden Fahrt Kangerlussuaq in den frühen Abendstunden. Den Tag ausklingen ließen wir in der Ruderhausgaststätte bei einem übersichtlichen Vier-Gänge-Menue.

16.August 2019- Pfuffertag!

Nach dem Frühstück in der Kantine des Flughafens und eines kurzen Storecheckings machten wir uns bei leichtem Nieseln gegen 11h auf den Weg zum Fergusonsee und seinem Ruderclub. Nach Kreuzen des an dieser stelle wild dahin fließendenWatson-River folgten wir der Sandpiste und der Wasserleitung  bis zum Ruderclub mitten in der Tundra, aber weiterhin in Sichtweite von Kangerlussuaq. Das Nieselwetter hielt dann auch bis zum Ende unserer kleinen Wanderung um 15h durch - ein Pfuffertag eben.

Eingequetscht im Minibus ging’s früh morgens zur Fähre nach Ilimanaq zusammen mit diversen schon bekannten Mitreisenden. Nach wiederum „netten“ Eisbergmotiven kamen wir in ein völlig überlaufenem Dorf an! Überschwemmt von den deutschen Fahrgästen eines der Schiffe von der Aida-Flotte begaben wir uns an Land und machten  erst einmal eine Ortsbesichtigung mit, um eine grobe Übersicht zu bekommen und die Standpunkte für die optimalen Fotos für mitohne  Kreuzfahrer zu bekommen. Nach dem Bezug der genialen und stylischen Lodges macht wir uns vor dem Abendessen auf den Weg und zogen an unseren Standorten nicht wenige Aidaisten zum Fotografieren an - samt kleinem Fotokurs für eine Interessierte. Nach einem Aperitif auf der Restaurantterrasse zogen wir uns ins Innere ohne Kreuzfahrtschiff zurück. Mein kleiner Abendspaziergang ging noch auf die Anhöhe nahe der Lodges und leider wohl zu letzten Mal den Blas eines Walen zu hören.

Nach einer geruhsamen Nacht mit Augenklappe machten wir uns um 10h auf die sturmumtosten Rückfahrt nach Ilulissat. Die restliche Zeit bis zum Abflug nach Kangerlussuaq, des attraktivsten Ortes auf Grönland, vertrieb wir uns in der Hotellobby und auf dem Flughafen. Das Bording sehr einfach: Einsteigen wie in einen ÖPNV Bus in Hamburg - nur mit Fahrkartenkontrolle und freier Sitzwahl.

In Kangerlussuaq angekommen einfach im Ankunftsgebäude weiter nach links und schon war man im Hotel mit Blick auf’s Flugfeld- ausser Wendigkeit. Hier verbringen wir unsere letzten drei Nächte auf Grönland mit Tagestouren ins Landesinnere.

War die Vormittagstour von 8-12h noch sehr ergiebig in Sachen Walen, Eisbergen, Eisschollen und roten Booten, so wurde die Nachmittagstour bis kurz vor Ilimanaq nur noch etwas für die gekonnte Eisbergfotografie. Die kleine Gruppe von Seehunden, die so schnell verschwand wie sie auftauchte wurde von Kaj nur mit „PENG“ kommentiert. Die Wale allerdings waren spurlos bis auf einen auf der Durchreise verschwunden und so hatten die unzähligen Kreuzfahrer keine Walsichtungen.

 Sehr schöner Vorfrühstücksspaziergang - leider ohne Handy, denn als wir brav die Zimmer geräumt hatten und uns auf die 14:15 Uhr Rückfahrt nach Ilulissat vorbereiteten entdeckte ich eine von mir nicht gesehene Nachricht, dass wegen zu starker Winde kein Boot fährt und unsere Rückfahrt auf Montag 9:05 Uhr verlegt wurde - der Rezeptionist wußte es natürlich schon. Und so machten Manfred und ich uns auf den von den Damen empfohlenen Weg zu den Basaltklippen, um verabredungsgemäß um 19h zum Abendessen zurück zu sein. Jetzt aber immer mit Mobiltelefon und regelmäßigem Blick auf die NachrichtenApp. Zum Abendessen gab’s von der Diskoline gesponsertes Grönländer Ochsenfilet.

Guter Hoffnung, da bis zur Nachtruhe gegen 23 Uhr keine weitere SMS kam, haut ich mich auf’s Ohr. Die erreichte uns dann am Montag früh gegen 8h: kein Bootstransfer wegen "bad weather conditions" möglich!

Jetzt allseits betriebsame „Hektik“ mit dem Ergebnis, wir nehmen mit sechs weiteren Gästen den Helikopter! Aber da der keine Gepäck mitnehmen würde ,ausser einer Kamera um den Hals, wurde dieser Plan gemeinschaftlich fallen gelassen.

Nach dem Auschecken Abhängen im Aufenthaltsraum mit starrem Blick aufs Mobiltelefon und der Pling um 12 Uhr brachte die Info: morgen am 13.8. um 17 Uhr geht unser Boot, was bedeutet hätte keine Bootsfahrt auf Eisfjord mehr. Also bei der deutschen Agentur angerufen, ob es nicht doch am 12.8. geht, da die französische Familie, die mit und gekommen war mit dem 19:15h Boot zurückfahren sollte. Aus Deutschland leider die Info: geht nicht! So jetzt zum wiederholten Male Danielles Sprachen- und Verhandlungsgeschick ausgenutzt und siehe da auch wir waren auf diesem Boot gebucht. Zwar verschob sich die Abfahrtszeit noch zweimal, aber das Boot kam dann tatsächlich ohne Fahrgäste gegen 20h und nach vier bis fünf Anlegemanöverversuchen wegen des Windes aus Ost, konnten wir einsteigen und es ging über die „stürmische" See gen Ilulissat.

 Jedenfalls für Manfred und mich um 9 Uhr brachen wir zusammen mit Sine unserer Tourguidness zum Lyngmarksbraen Gletscher auf. 850 Meter Aufstieg standen uns bevor - gut, dass wir den Trail nicht schon kannten- aber wir hatten es nach dreieinhalb Stunden tatsachlich geschafft und waren richtig stolz auf uns! Nach Astronauten Mittagessen auf der Terrasse der Blauen Hütte und heißen Gletscherwassergetränken ging es zum Schlitten fahren. Mit sieben Schlittenhunde als Harfe zusammengebunden bretterten wir im wahrsten Sinne des Wortes eine Stunde über den antauenden Gletscher- bequem war es nicht- aber authentisch! Und gegen 15:30h ging’s wieder bergab und immer wieder kamen die Gedanken bei mir auf- „Da sind wir tatsächlich hochgegangen?“ Dank Sines Trekkingstöcken hatten wir den Abstieg halbwegs gut im Griff. Und waren fast pünktlich zum Abendessen um sieben Uhr- die Damen warteten schon auf uns und berichteten von Eisbergabbrüchen und Wasserfällen garantiert nicht minder interessante Motiven, nur nicht ganz so an den Kräften zehrend.

Fünfuhrdreißig Frühstücken sechsuhrfünfzehn Transfer zur Anlegestelle der Diskoline. Und um kurz vor Sieben ging es los gen Diskoinsel zuerst durch dicke Nebelsuppe und mitten auf der Diskobucht einem Teil der Baffinbay dann endlich kein Nebel mehr vorbei an diversen großen und kleine Eisbergen erreichten wir zwei Sünden später Qaqertasuaq. Nach einem Erkundungsgang zum Waserfall bei dem das Wetter immer besser wurde, konnten wir gegen vierzehnuhrdreißig unseren kleinen Zimmer beziehen. Auf dem anschließenden Rundgang durchs bunte Dorf waren Eisberge und Häuser unser Thema. Das Abendessen war eine Offenbarung - lecker und originell selbst Hansjörg hätten die Gerichte gefallen. Den Abendlichtspaziergang ließen wir ausfallen, um für den morgigen Tag gerüstet zu sein und sechzehn Stunden auf den Beinen waren auch genug für heute.

Wegen einer steifen Brise fuhr unsere Fähre nicht wie geplant vorgestern Mittag, sondern nach diversen Umbuchungen glücklicherweise gestern Abend! Nach einer holprigen Überfahrt waren wir dann kurz vor Mitternacht in unseren Zimmern. Den Blog werde ich asap chronologisch weiterschreiben... P.S. Das Foto entstand kurz bevor die Steuerbordseite des Fotografierenden samt Kamera durchnäßt wurde.

Der angekündigte Sonnenschein fand leider nur über der Nebelbank statt, so dass unsere Morgenauffahrt mit dem Wassertaxi erst einmal ausfiel und so statteten wir dem örtlichen Museum einen Besuch ab und nach dem Mittagessen ging's dieses Mal im Uhrzeigersinn die gelbe Route durchs Weltnaturerbe mit grandiosem Blick auf den Eisfjord und dank des Windes waren auch keine Mücken unterwegs. Um 19 Uhr stachen wir dann in See vorbei an riesigen Eisbergen im Dunst und auch weiter draußen in der Baffin Bay änderte sich das Wetter leider nicht. Folglich hieß es umkehren und den Buckelwalen im Weichbild von Ilulissat noch ein bisschen Gesellschaft leisten bis der Nebel uns zur Rückkehr zwang. Morgen geht's mit der Fähre auf die Disko Insel, mal schauen was dort Land, See und Internet zu bieten haben- spätestens am Sonntag, wenn wir wieder in Ilulissat sind, geht's weiter mit dem Blog.

Unterwegs mit dem gelben Wassertaxi! Gewaltige Eisberge und Buckelwale waren heute vom Wasser aus unser Ziel. Kapitän Kay lieferte uns einen ersten Eindruck was morgen auf zwei drei Stunden-Touren auf uns zukommen würde. Zuerst ging es um die Ecke ins Fangrevier der Buckelwale in Erwartung von Sprüngen und Flucken und dann kurvten wir durch die noch am Meeresgrund festsitzenden Eisberge, die ein Gletscher 70 Kilometer entfernt von der Diskobay ins Meer schiebt. Wie in der Schule gelernt, befinden sich über 80% eines Eisberges unter Wasser und hier ist das Meer 250 Meter tief. Übrigens vermutet man, dass sich der "Titanic-Iceberg" von hier auf den Weg gemacht hat.

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