Am Morgen noch unterwegs mit Handschuhen und Mütze auf dem Basar von Samarkand auf der Jagd nach Männer mit Karren (die mit den Knarren leben ja glücklicherweise zwei Kontinente weiter) empfing uns zehn Stunden später und dreihundert Kilometer weiter westlich herrlichstes Spätsommerwetter kurz vor Buchara beim Minarett von Vobkent, einem der ältesten Minarette Zentralasiens.

.... mit diesen Worten kommentierte ein Bewohner des Jerewaner Stadtteils Kond meine Antwort auf seine Frage, von wo in Germania ich denn herkäme. Nur ume Ecke von unserem Hotel ist dieser alte Stadtteil von Jerewan und so machten wir uns heute Vormittag zu Fuß auf, die dortigen kleinen Gässchen zu erkunden und in die Hinterhöfe zu schauen.

 Nach einem ersten Fotostopp bei Tatik Papik, dem Nationaldenkmal von Bergkarabach, dessen neuer alter Name inzwischen (wieder) Artsakh ist, war das Kloster von Dadivank heute unser von Stepanakert am weitesten entferntes Ziel.

Der erste bewölkte Himmel in Armenien sorgte heute früh für einen Temperatursturz von über 10°C und so machten wir uns bei kommoden 23°C auf den Weg gen Artsakh.

Nicht ganz so früh wie gestern verließen wir heute unser Hotel jetzt wieder im Sprinter. Zuerst brachte uns Ladik, soweit der Asphalt es zuließ, bis zur Devilsbridge, einer Klamm des Worotan....

Bestes Reisewetter begleitete uns Richtung Rügen auf der A20. Mit Berit und Danielle im Wohnmobil aus Hamburg kommend trafen wir fast zeitgleich mit Beate aus Berlin anreisend im Haus Sellin ein. Nach dem Kofferauspacken gab's seit langem mal wieder eine Vorstellungsrunde, bevor wir die Wilhelmstraße und die Seebrücke inspizierten. Nach dem Abendessen machten wir uns noch einmal auf zur Seebrücke, um die graublauen Stunde festzuhalten.Recht schnell kehrten wir allesamt müde in unsere Zimmer zurück, nicht ohne uns für morgen früh gegen dreiviertelfünf zum Sonnenaufgang zu verabredeten.

Mit einem gemütlichen, die letzten Vorräte vernichtenden, Frühstück begann der Tag, die Sonne blickte hinter den Wolken hervor und die Bergwelt des Engadin zeigte sich heute von ihrer attraktivsten Seite. So war die Zugfahrt gen Heimat für Helga und Reinhard eine wahre Augenweide und schulte die Teilnehmer auch mal ohne den Fotoapparat in der Hand die Landschaft zu genießen. Frei nach dem Motto von Susan Sontag: Das Auge macht das Bild. Maritta und meine Wendingkeit reisten mit dem Auto via Füelapass ab, allerdings nicht ohne auch mal die Kamera aus der Tasche zu holen. Der Termin für die 2018er Reise ins Unter Engadin steht auch schon fest. Es ist der Zeitraum vom 29. oder 30. April bis zum 5. Mai 2018 mit maximal 3 Teilnehmern. Durchführungsgarantie ab 2 Teilnehmern. Der erste Mai ist im Engadin übrigens kein Feiertag, dafür benötigen deutsche Teilnehmer für diesen Workshop jedoch nur 4 Urlaubstage. Die An- und Abreise per Bahn ist, bei früher Buchung, deutschlandweit schon für ca. 150 Euren in der 1. Klasse möglich.

... aber dazwischen konnte trotzdem erfolgreich fotografiert werden. Erst im Minilostplace, der ehemaligen Gärtnerei des Palace Hotels und anschließend in der deutlich größeren Büvetta von Tarasp. Dank Philipp, der uns die, leider nicht mehr öffentlich zugängige, Trinkhalle zur Mittagszeit für ein Stündchen öffnete und auch interessante Erklärungen zu deren Geschichte gab - hier nachzulesen: Büvetta Tarasp       Nach einer kurzen Mittagspause machten wir uns bei zeitweise strahlendem Sonnenschein auf den Weg nach Sent, auch ein Bergdorf wie Guarda, jedoch deutlich anders! Mehr Menschen, mehr Leben, größere Häuser und ein Metzger. Allerdings auch geteerte Straßen, große Busse und improvisierte Türklinken. Gegen fünf vertrieb uns abermalig einsetzender Regen, nicht ohne vorher bei der bereits erwähnten Bacharia Zanetti noch vier Entrecôtes für das Abschiedsabendessen mitzunehmen. Vorher gab’s allerdings erst einmal die legendäre Engadiner Nusstorte, denn was man verschenkt, sollte man auch vorher testen- meinte Maritta.

Vielen Dank Helga, Maritta und Reinhard, dass ihr bei meinem Engadiner Workshop dafür gesorgt habt, dass er stattgefunden hat, wir viel Spaß hatten, nicht nur beim gemeinsamen Fotografieren, sondern auch beim gemeinsamen Kochen in der Kirche Nairs. Und nicht zuletzt auch einen ganz großen Dank an Hansjörg, der mir zum wiederholten Male sein einzigartiges Tagungszentrum mit allen Annehmlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.

... was uns veranlasste erst einmal in der Kirche am Rechner weiter zu machen, bevor wir zur experimentellen Baumstammfotografie übergingen. Gegen halbeins wagten wir uns dann ins Freie und von da an kämpfte sich die Sonne langsam durch die Wolken und es blieb heiter bis wolkig. Die in Nairs auf dem ehemaligen Tennisplatz des Palasthotels hoch aufgestapelten Baumstämme eigneten sich weniger, zur tags zuvor praktizierten Nickfotografie, sondern viel mehr zur Langzeitbelichtungen, während denen man fleißig, aber kontrolliert, am „Zoomring“ dreht. Bei der Auswahl der richtigen Stelle bekommt man als Ergebnis gerade noch erkennbare Baumscheiben oder völlig abstrakte Bilder- mit Brückengeländerdetails beendeten wir die erste Fotosession des Tages, um am späteren Nachmittag noch einmal durch die, zu dieser Jahreszeit, fast menschenleere Altstadt von Scuol auf Motivsuche zu schlendern. Für kurzzeitige Hektik sorgten 3 Velofahrer, bevor alles wieder in vorsaisonale Lethargie verfiel. Mit Engadiner Nusstorten und Baseler Leckerli bepackt kehrten wir in unsere Kirche zurück.

Also auch heute volles Programm, auch wenn das Wetter zu wünschen übrig ließ, allerdings setzte der Nieselregen erst gegen 14h, als wir beim Mittagessen waren, ein. So verbrachten wir den restlichen Nachmittag und Abend des Tages bei Bildauswahl, deren Bearbeitung und theoretischer Weiterbildung in Sachen: mit der Kamera koordiniert herumwackeln und der ersten Bilderschau des Workshops – während es draußen zu schneien begann und nicht aufhörte. Ach ja ich vergas: heute Vormittag trieben wir uns in Scuols Altstadt herum. Höhepunkt war der Besuch BEI einer alten Dame, die uns voll Stolz ihr Haus zeigte, welches schon mehr einem Heimatmuseum der bäuerlichen Wohnkultur glich als einer Seniorenwohnung. Nach Mineralwasserverkostung, Kirchen- und Brückenfotografie sowie Adapterkauf verließen wir Scuol gerade noch rechtzeitig, um trockenen Fußes die andere Kirche zu erreichen.

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