Am Morgen noch unterwegs mit Handschuhen und Mütze auf dem Basar von Samarkand auf der Jagd nach Männer mit Karren (die mit den Knarren leben ja glücklicherweise zwei Kontinente weiter) empfing uns zehn Stunden später und dreihundert Kilometer weiter westlich herrlichstes Spätsommerwetter kurz vor Buchara beim Minarett von Vobkent, einem der ältesten Minarette Zentralasiens.

Das waren so die Stichworte für unsere ersten Anlaufpunkte am heutigen Tag. Wieder mal frühst los zum Basar von Samarkand der geplanterweise um die Ecke vom Hotel ist, wie die meisten örtlichen Sehenswürdigkeit. Und heute hatten wir Glück, denn neben den frischen Temperaturen zeigt sich auch noch die Sonne, so dass neben den Handeltreibenden das Portal der Bibi Honum in besten Morgenlicht zur Geltung kam.

Zwar waren wir früh raus eigentlich nicht um den Basar zu besuchen, sondern die Bibi-Honum Moschee im ersten Morgenlicht zu erleben, die Sonne jedoch ließ sich allerdings Zeit bis zum frühen Nachmittag, um hinter der Wolken heraus zu kommen. Aber jetzt der Reihe nach:

Fotografisch begonnen haben wir unseren Fototag mit der Besteigung des Daches unseres Hotels, bevor es auf normalen Wegen zu den Resten des Eingangstores des Protzpalastes von Amir Temur, wie Timur bzw. Tamerlan in O’sbekiston genannt wird, ging. Meine Güte, so viele rot unterlinierte Worte in Word nacheinander.

..... ging es heute wenn man die Himmelsfärbung beschreiben möchte und auf der Landkarte rund 350 Kilometer nach Norden von Termez- der ehemals südlichsten Stadt der Sowjetunion in den Geburtsort von Timur, oder auch Tamerlan genannt, nach Shakhrisabs. Landschaftlich war es allerdings “dank“ der sehr diesigen Wetterlage fotografisch nicht so ergiebig. Aber ein Bergfriedhof, der Basar von Bayson und eine Lok auf dem Berg zogen unsere Kamerablicke auf sich. Kulinarischer Höhepunkt unserer bisherigen Reise war dann das Abendessen, serviert in einem Familienrestaurant. Endlich gab es das langersehnte Plow, aber auch der „Rest“ war sehr lecker.

.... und nach einer Duschpause in Taschkent gleich an die afghanische Grenze weitergeflogen, kurzzeitig unserer Pässe am Flughafen von Termez verlustig gegangen, aber dann doch sofort nach dem Bezug unserer Hotelzimmer zur ersten Erkundungsfahrt im Kundus aufgebrochen.

Uzbekistan - wir kommen und wie man links sieht werden wir auch schon erwartet! Die Koffer sind gepackt, der Pass ist in der Tasche und das Taxi bestellt. Jetzt muss uns die Turkish Airline nur noch pünktlich von Zürich, Stuttgart, Berlin und Hamburg nach Istanbul bringen, wo wir uns alle morgen Abend vor dem gemeinsamen Weiterflug nach Taschkent treffen werden.

Von der Akustik in der Höhlenkirche von Geghard kann sich selbst die Elphi eine Scheibe abschneiden, davon konnten wir uns bei dem halbstündigen Auftritt des A capella Vocal-Quintetts Garni persönlich überzeugen. Das war nicht nur der heutige Höhepunkt, sondern auch einer der ganzen Reise. Einmal nicht fotografieren, sondern nur genießen und zuhören!

Hauptziel des heutigen Tages war die Festung Amberd, sinngemäß übersetzt die Unbezwungene. Allerdings hat im 14. Jahrhundert Tamerlan dafür gesorgt, dass sie Ihrem Namen keine Ehre gemacht hat. Habe schon den Auftrag von Hrach mich im Oktober vor Ort bei Tamerlans Gebeinen über seine Vorgehensweise zu beschweren.

130 Kilometer von Yerewan entfernt liegt die zweitgrößte Stadt von Armenien, die vor dem großen Erdbeben am 7. Dezember 1988 über 350.000 Einwohner hatte. Kurz vor 12 Uhr hatte die Region nach wenigen Minuten über 25.000 Tote zu beklagen. Von dieser Naturkatastrophe hat sich die Stadt nie wirklich erholt. Sie hat jetzt nur noch rund 120.000 Einwohner, denn viele sind nach der Wende emigriert.

.... mit diesen Worten kommentierte ein Bewohner des Jerewaner Stadtteils Kond meine Antwort auf seine Frage, von wo in Germania ich denn herkäme. Nur ume Ecke von unserem Hotel ist dieser alte Stadtteil von Jerewan und so machten wir uns heute Vormittag zu Fuß auf, die dortigen kleinen Gässchen zu erkunden und in die Hinterhöfe zu schauen.