Nach dem Besuch der Provinzhauptstadt und zweitgrößten Stadt des Landes und nach der Verfluchung von Ilya unseren Reiseleiter durch irgendeinen Moscheebeauftragten, er müsse jetzt mit der Sünde leben, Andersgläubigen die Moschee gezeigt zu haben, machten wir uns auf den Weg nach Südosten ans Kaspische Meer. Endlos zog sich die Steppe oder Halbwüste Azerbaijans hin, stets begleitet von der praktisch unbefahrenen Magistrale Baku-Tbilisi - ein Bauzug und ein einwaggoniger Personenzug sahen wir  in 3 Stunden, bevor wir nach Süden abbogen, um unser nächstes Ziel einen kleinen Ort in der Nähe von Astara direkt an der iranischen Grenze anzusteuern. Gegen 21Uhr hatten wir es dann endlich geschafft und belohnt wurden wir wiederum mit einem regionalen und leckerem Abendessen.

Eine Wanderung vom GöyGöl zum Maralgöl war heute angesagt. Da die Sonne schien war Frühstück auf der Terrasse angesagt, allerdings wurde auf Grund von Nahrungsmittelmangel ein Spätstück daraus. Wohlgemut ging es dann mit einem Nationalparkmitarbeiter in Bügelfaltenhose und Straßenschuhen ins Gelände, als wir die Fahrstraße verließen, verließ er uns auch und so gingen wir alleine über einen spannenden Trampelpfad durch unglaublichen Mischwald des hiesigen Kleinen Kaukasuses mit blühenden Pflanzen aller Ort.

Heute waren wir „on the road again“, aber bevor es auf die Landstraße ging besuchten wir noch die Ruinen der sieben Kirchen am Fuße des Hohen Kaukasus. Hier stehen die ältesten Kirchen aus dem siebten Jahrhundert in Aserbaidschan, leider nur noch ruinöse, aber das Ta Prohm des Kaukasus hat auch seinen Charme, ebenso die Anwohner des naheliegenden Ortes.

Frühstück auf der Terrasse bei bestem Wetter, so begann der heutige Tag und er endete mit Abendessen (Kekse & Nüsse) am Arbeitstisch des Zimmers. Unser erstes Ziel war wiederum ein Wasserfall - fast direkt hinter unserem Hotel, allerdings gut 100 Meter höher, die durch den steilen Anstieg erhitzten Körper konnten wir gut von der Gischt abkühlen zu lassen. Aus fünfzig Metern Höhe stürzte das Wasser vorbei an interessanten Felsformationen - wieder ein nicht nur fotografischer Höhepunkt der Reise.

Heute fuhren wir von meinem designierten Lieblingsort in Aserbaidschan, unter anderem auch einem Eldorado für Lada Niva Fans, der Kaukasuskette entlang via Şəki in den Kurort Ilisu an der Grenze zu Dagestan. Sehr interessant der Besuch auf der Ausgrabungsstätte in Gabala, der ehemaligen albanischen Hauptstadt von vor knapp 1.500 Jahren. Dort durften wir auch das typische Brotbacken dokumentieren vom Anheizen des Ofens bis zur Brotverkostung – auch wenn es unseren Zeitplan einwenig durcheinander brachte. In Şəki lohnt sich auf alle Fälle ein Besuch des Palastes des Khans und der riesigen Karawanserei. Der geplante Besuch in einer Seidenfabrik war leider nicht erfolgreich, da sie, trotz anderer Infos, bereits geschlossen hatte- vielleicht lag es auch am heute beginnenden Ramadan. Aber auch wir kamen erst nach Sonnenuntergang zu unserem Abendessen in lichttechnisch attraktiver Umgebung.

...und das alles auch noch zu Fuß - ach ja Wanderreise! Laut Astrids smartem Taschentelefon insgesamt 14,9 Kilometer und 64 Stockwerke! Und wir sind keinem einzigen Bollerwagen begegnet- eigentlich außerhalb des Dorfes nur einem einzigen Schäfer! Dafür querten wir auf Hin- und Rückweg zirka 15x den reißenden Bach, dessen Wasserfall unser Ziel der Vormittagstour war. Und trotzdem sind wir alle trockenen Fußes nach knapp 4 Stunden zum Gästehaus zurückgekehrt. Lecker Mittagessen stärkte uns für die zweite Tour des Tages zu den Streuobstwiesen und allgemeiner Natur in den Nordwesten von Lahic. Neben einer Schafherde machte uns auch ein Schmutzgeierpärchen die Aufwartung, freudig bellende Hunde ließen uns kurz danach die Richtung wechseln und auf schnellstem Wege unsere Unterkunft anlaufen. Nach einer kurzen Erholungspause machte ich dann noch den Dorfbewohnern meine Aufwartung bis es hieß : ABENDESSEN!

Dank der Einladung meiner alten, pardon, langjährigen Freundin Birgit, der Inhaberin von Viaverde-Reisen bin ich seit 3 Tagen in einem weiteren mir bisher unbekannten Land am Kaukasus unterwegs. Bisher war mir Aserbaidschan nur aus dem 007 Film „Die Welt ist nicht genug“ bekannt. Kaum drei Tage hier habe ich beschlossen Aserbaidschan in mein Programm aufzunehmen, um neben anderen Zielen in Lahic das Projekt „Fremde sehen unser Dorf“ durchzuziehen.

Zum Ausklang meines  Rügenworkshops ließen wir es noch einmal ganz ruhig angehen und widmeten uns den Vormittag über Bildbesprechungen und am Nachmittag wogendem Schilf. Ein gemütrliches Abendessen beim Italiener um die Ecke rundete den Tag ab und alle 3 Damen sind fest der Absicht mal wieder etwas gemeinsam mit mir zu unternehmen - Auf alle Fälle treffen wir uns zu einem Nachbereitungswochenende in Hamburg. Morgen geht's für alle recht frühzeitig per Bahn und Auto auf den Heimweg nach Bovenden, Bern und Wiesbaden. Und ich mache mich via Hamburg am frühen Abend auf den Weg nach Baku - mal schauen, ob Aserbaidschan ein neues Ziel von meinen "Reisen mit der Kamera" werden wird....

Dem fotografisch nicht so ganz erfolgreichem Vormittag in Sachen Rasender Roland - von inzwischen zu hohen Bäumen samt falschen Standpunkt bzw. einer zu langen Lokomotive folgte ein umso ausbeutereicher Nachmittag im besten Licht mit Raps und Rasendem Roland und auch optimal positioniert. Auch rund uns Posewalder Gutshaus taten sich einige Motive auf. Zum Abschluß des Tages ging's noch einmal zum Dwasiedener Torbogen und zu Gosch in Binz!

Der traditionelle Sonnenaufgangsbesuch an den Kreidefelsen bei Sassnitz war heute der Hauptprogrammpunkt und wie erwartet war das Wetter bestens, sodass alle Erwartungen des Fotoreferenten erfüllt wurden. Um halbacht machten wir uns dann auf den Rückweg nach Sellin und nach dem Frühstück war erst einmal eine Runde Nachschlafen angesagt, bevor wir bei herrlichem Nachmittagslicht nach Binz loszogen, um mal ein bisschen Beachstreetphotography zu üben. Beate machte das ganz ausführlich, während ich mit Danielle und Berit noch einmal nach Sassnitz fuhr, um der Graufilterfotografie zu frönen. Und zum Abendessen trafen wir uns dann wieder - nur einmal muss geraten werden - bei Gosch.

 Erstes Ziel war das Ruinenfeld des vor 140 Jahren erbauten und vor knapp 70 Jahren gesprengten Schlosses Dwasieden. Vom von Adolph von Hansemann erbauten Palast existieren nur noch die Nord- und Südseite der Pavillons und deren Reste liegen noch im Wald verteilt herum. Und schon war wieder Eiscafézeit, bevor wir uns auf den Weg nach Putgarten machten um den drei Türmen vom Kap Arkona einen abendlichen Besuch abstatteten. Auf Grund der Jahreszeit gelang kein Vorfahren mehr, sondern wir mussten den Wohnmobilparkplatz nutzen und so ergaben sich auch für mich neue attraktive Blickwinkel auf dem Wanderweg zu den zwei Leuchttürmen. Leider ist der Strand weiterhin gesperrt nach dem Unglück vom Dezember 2011. Ein kurzer Besuch in Vitt rundete den Abstecher zum nördlichsten Punkt von Rügen ab. Jaaaa, lautete einhellig die Antwort, als ich vorschlug bei Gosch in Binz das Nachtmahl einzunehmen.